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Micha's Australien Tagebuch

Reisetagebuch

zum nachlesen und mitschwärmen ;-)

Jetzt wird wieder richtig durchgestartet

Victoria Posted on Mon, March 02, 2009 00:25:33

Es gibt wieder viel Neues zu
berichten. Zu allererst ein paar Infos über die Buschbrände in Victoria. In
Belgrave/Melbourne, konnte ich die Geschehnisse hautnah miterleben. Wenn der
Wind drehte, weiteten sich die großen Buschbrände bis hin zu den Städten aus.
Wir wurden zweimal evakuiert und mussten unser Haus in Belgrave verlassen. Man
sah das Feuer und die riesigen Rauchwolken direkt vor der Stadt, es wehte ein heißer
Wind und die Strassen waren voller Qualm. Am Himmel flogen die
Löschhubschrauber und Feuerwehrautos rasten durch die Strassen. Das selbst
mitzuerleben und vor dem Feuer zu flüchten, war eine Erfahrung für mich, an die
ich mich wohl noch lange erinnern werde.

Nun zur Arbeits- und
Wohnungssuche…

Nach vielen Bewerbungsmails
und Telefonaten, musste ich einsehen, dass ich in Melbourne nichts finden
werde. Den anderen ging es genau so. Und da wir nicht einmal ein Appartement
oder ein Haus in der Umgebung finden konnten, überlegten wir wie es nun
weitergehen sollte…

Da wir alle schon lange
nicht mehr “wirklich“ gereist sind und gerne wieder einmal etwas Natur sehen
wollten, fingen wir an zu planen. Die erste Idee, war es nach Neuseeland zu fliegen
und dort einen Van zum Reisen zu mieten. Doch da zurzeit immer noch Hauptsaison
dort ist, wurde uns der Spaß zu teuer. Diese Idee wurde also in die Nebensaison
verschoben. Außerdem wäre es ziemlich dringend nötig wieder einmal zu arbeiten.
Durch das Couchsurfen haben wir zwar jede Menge Geld gespart, aber es heißt ja
schließlich “Work and Travel“. Also überlegten wir hin und her, wie nun unsere
Reise möglichst günstig weitergehen könnte. Da kam uns eine Idee. Adam, bei dem
wir die letzten Wochen couchsurften, plante mit drei Freunden, gegen Ende
Februar nach Deutschland zu fliegen und von dort aus eine Europareise zu
starten. In dieser Zeit würde er also seinen Van nicht benötigen. So fragten
wir Ihn ob wir den Bus eventuell für einige Zeit ausleihen könnten. Und da Adam
natürlich ein super Kumpel ist, sagte er “yes, why not“.

So starteten wir, ca. eine
Woche vor Adams geplanter Abschiedsparty, den Van flott für die große Reise zu
machen. Wir brachten den Van zu einer Werkstatt, dort bekam er noch einmal
einen gründlichen Service Check und es wurde uns gesagt, was alles erneuert
werden müsste. Dazu hatten wir dann noch ein paar Tage Zeit. Der Van bekam
einen neuen Reifen, die Spur wurde eingestellt, es wurde ein neues Auspuffrohr
angeschweißt und die Bremsen wurden erneuert. Dann besorgten wir noch ein paar
Campingutensilien, damit wir auf nichts angewiesen sind und günstig kochen
können. Jetzt war der Bus bereit zum Weitereisen. Da Adam den Van vor einem
Jahr so umrüsten lies, das er altes Frittierfett fahren kann. Sollte die
Weiterreise für uns ziemlich günstig werden. Wenn ich von uns spreche, meine
ich Simon, Michel und mich. Joram beschloss in Melbourne zu bleiben und vorerst
weiter nach einem Job zu suchen oder später dann nach Cairns hoch zu fliegen.

Unsere australische Freunde,
Adam, Danny, Alex und James wurden von uns indessen gut auf Deutschland/Europa
vorbereitet smiley …sie haben für Deutschland ein Work and Travel Visum, mit dem
sie ein Jahr in Deutschland bleiben dürfen. Also, wer gerne einmal ein paar
echte Australier bei sich zu Hause, für ein paar Tage aufnehmen möchte, kann
mich gerne anschreiben und ich werde dann die Nachricht weiterleiten…

Letzte Woche Samstag, war
die große Abschiedsparty. Sie verließen Melbourne, um ihren Euro-Trip zu
starten, wir starteten unseren Roadtrip durch Australien.

Erster Anlaufpunkt für
unsere Aussie-Freunde, war Frankfurt. Dort wurden sie am Flughafen von meinem
guten Freund Arne empfangen. Er war auch am Flughafen um mich zu verabschieden.
Auf gute Freunde ist eben Verlass. Arne nahm die Bande für die erste Nacht in
Deutschland bei sich auf und gab Ihnen eine würdige Willkommensparty! …hast du
gut gemacht mein Freund, ich habe schon ein paar Fotos hier im Internet gesehen. smiley

Wir starteten unsere
Weiterreise am Montag letzter Woche.
Die erste Etappe, sollte die Great Ocean
Road
sein. Nach ca. fünf Stunden Fahrt, kamen wir am Startpunkt der
Küstenstrasse in Torquay an. Dort schliefen wir die erste Nacht direkt am
Strand. Ich war begeistert endlich wieder am Meer zu sein und die kühle,
salzige Briese der tobenden Wassermassen zu atmen. Am nächsten Tag, fuhren wir
zeitig los, um möglichst viel sehen zu können. Unsere Tour führte uns direkt am
Meer entlang. Die Schönheit der Natur an dieser Strasse, lässt sich nicht mit
Worten beschreiben. Traumstrände soweit das Auge reicht. …ich glaube ein paar
meiner Bilder bringen dieses ganz gut zum Ausdruck. Wir schauten den Surfern beim
Wellenreiten zu, wanderten durch Nationalparks und spazierten an einsamen
Stränden.In einem der Nationalparks konnten wir Koalas direkt an der Strasse,
in ihren Eukalyptusbäumen hängend, beobachten. Sogar einen Babykoala, haben wir
vor die Linse bekommen. smiley …auf ein anderes Tier, was uns weniger erfreute,
stießen wir auf dem Rückweg von einem einsamen Strand. Eine große schwarze
Schlange kreuzte unseren Weg. Ich konnte sogar ein Foto machen, wo sie noch ein
Stück darauf zu sehen ist. Später sagte man uns, dass diese Schlange eventuell sehr
giftig und aggressiv sei! Wieder einmal Glück gehabt!!! Am zweiten Tag
übernachteten wir in Port Campbell. Von dort aus besichtigten wir die 12
Apostel
, die bekanntesten Felsformationen Victorias. Am Ende der Great Ocean
Road
, in Warrnambool, traf ich einen alten Freund, Falko aus Port Douglas
wieder. Ihn hat es hierher auf eine Rinderfarm verschlagen. Er arbeitet bei einem
Bauern und hilft beim bewirtschaften seiner Felder. Er sagte, es wäre schwer
gewesen den Job zu finden und am Anfang hätte
es auch arge Kommunikationsprobleme mit dem Farmer gegeben, da dieser
einen starken australischen Akzent hat, aber jetzt macht ihm die Arbeit Spaß.
Wir gingen gemeinsam in eine gemütliche Bar und tauschten unsere Erlebnisse der
vergangenen Monate aus. Es war toll ihn noch einmal in Australien zu treffen.

In der Nacht in Warrnambool,
wurden wir 3:30 Uhr von Rangern geweckt, die uns darauf hinwiesen, das man dort
im Park nicht campen darf und wir weiter fahren müssten. Bei losfahren
bemerkten wir aber, dass unser “neuer Reifen“ platt war. So mussten wir mitten
in der Nacht das Rad wechseln. Danach führen wir zu einem entfernteren Platz um
weiter zu schlafen. Am nächsten Morgen brachten wir den Van zu einem
Reifenservice. Dort wurde unser Reifen fachmännisch repariert. Die Reise konnte
weitergehen. Auf der Strecke von Warrnambool nach Mount Gambier, konnten wir
wieder viele schöne Strände und sogar einen versteinerten Wald besichtigen. In
Mount Gambier, eine auf einem Vulkan errichtete Stadt, übernachteten wir. Am
nächsten Morgen, war derselbe Reifen erneut platt. Das Loch war wohl doch zu
groß um repariert zu werden. Also wurde wieder einmal das Ersatzrad montiert
und es ging erneut zu einem Reifenhändler. Dieses Mal ließen wir gleich einen
neuen Reifen aufziehen.

Die Reise konnte zum
nächsten Etappenziel, Adelaide weitergehen. Zwischenstopp für eine Nacht, war
in Victor Habor. Dieser Ort, liegt südlich von Adelaide direkt am Strand. Dort
gingen wir auf einer Insel spazieren wo man Wale und Pinguine sehen kann.
Leider waren wir zu falschen Zeit dort und sahen nur ein paar doofe Möwen.

Am nächsten Tag ging es dann
nach Adelaide. Dort hatten wir uns um einen Couchsurfplatz gekümmert. Unsere
Gastgeber, waren ein paar Kunststudentinnen. Das Haus war in einem ziemlich
wilden Zustand und voller Skurrilitäten. Aber das erwartet man ja bei
Kunststudentinnen nicht anders. Eine von den Mädels hatte einen Fetisch, Frauen
beim Sex mit Außerirdischen zu malen. Diese Bilder hingen überall an der Wand.
😛 Samstag nahmen uns die Mädels mit in die Stadt und zeigten uns das
Nachtleben Adelaides. Sie verstanden es gut zu feiern und wir hatte eine Menge
Spaß. Gestern, war dann leider nicht viel mit uns anzufangen.

Heute ist Start zur wohl
größten Etappe
auf meiner Reise. Wir fahren zum Ayers Rock – Uluru, nach Alice
Spings und dann weiter nach Darwin.
Der Trip geht so zu sagen 3000 km quer
durch den Kontinent durch das Outback. Wir gehen jetzt noch reichlich Wasser,
Essensvorräte, Oel und Benzin einkaufen. Dann geht die große Fahrt los.

Unser Plan ist es, später
dann an die Nordwestküste zu fahren, da man dort gut Arbeit finden könnte.

Mein nächster Blog wird
geschrieben, wenn ich wieder Strom und Internet habe, wahrscheinlich in Alice
Springs.

Also bis
dann… viel Spaß beim Bilder anschauen



Melbourne ROCKT

Victoria Posted on Sat, February 07, 2009 09:42:41

Hier in Melbourne, ist heute der heißeste Tag, seit geschichtlichen
Aufzeichnungen. Es sind 50°C!!! Die Wälder brennen, der Strom ist ausgefallen,
da Strommasten umgestürzt sind (hoffentlich hält mein Akku noch ein bisschen)
und es herrscht überall Chaos. Da man an Hitzetod sterben würde, wenn man heute
das Haus verlässt, schreibe ich jetzt endlich wieder einmal meinen Blog.

Vor ziemlich genau 3 Wochen, bin ich mit meinen neuen
Reisegefährten, 3 Hamburger Jungs (Simon, Michel und Joram), hier in Melbourne gelandet. Angekommen am
Flughafen, standen wir vor dem Ausgang und überlegten erstmal, wo wir denn heute
eigentlich übernachten könnten. Wir schlugen den “Lonely Planet “auf, suchten ein
Hostel, was ansprechend beschrieben war und einen günstigen Preis hatte. Dann
nahmen wir einen Taxi (der ist zu viert günstiger als Bus fahren) und fuhren zu
der Adresse. Das Hostel war ziemlich überfüllt und auch ehr von schlechter
Qualität. Die Zimmer glichen Heizungskeller und geputzt wurde auch nicht gut.
Aus diesem Grund und natürlich um Geld zu sparen, suchten wir uns wieder einen
Couchsurfplatz…

Sammie, ein nettes achtzehnjähriges Mädel, was für ein paar
Tage zu Hause sturmfrei hatte, bot uns an zu kommen. Wir nahmen den Zug und
nach 40 Minuten Fahrt, kamen wir bei ihr an. Sie freute sich, dass wir kamen,
denn sie hatte ein Auto, was von ihr bewegt werden wollte, was sie aber selbst
noch nicht durfte, da sie ihren Führerschein noch nicht bestanden hatte. So
kamen wir als Fahrer in Frage. Das war ein Fehler von ihr! smiley Unsere erste Fahrt sollte zum Aldi gehen um einzukaufen.
Joram, der Jüngste aus unserer Gruppe wollte unbedingt fahren. Da er noch nie
in Australien auf der linken Seite gefahren ist, drehte er die Musik im Radio
laut auf um sich besser konzentrieren zu können!^^ Voller Begeisterung fuhr er los und baute im ersten
Kreisverkehr gleich einen Unfall. Zum Glück gab es nur ein paar Beulen und
Lackabschürfungen. Da Australier aber gelassene Menschen sind und Backpacker gut
versichert, gab es keine grossen Probleme im Nachhinein. Wir waren aber
trotzdem alle sauer auf Joram, das hätte wirklich nicht sein müssen. Wenn man
seine Gedanken ein bisschen zusammen nimmt, passiert sowas nicht! Nach dem Unfall, wurde ich zum
Fahrer bestimmt, da ich ja schon einige hundert Kilometer mir meinem Van in
Australien zurückgelegt hatte. Wir kauften ein und kochten dann gemeinsam für
Sammie. Danach wurde ein bisschen gefeiert.

Nach zwei Tagen, bekam Sammie einen
Anruf von Ihrer Arbeit, dass sie gebraucht wird. Sie arbeitet in einem Ferienlager
für Kinder, was etwas außerhalb von Melbourne liegt. So war für uns die Zeit
gekommen, uns kurzfristig um einem neuen Couchsurfplatz zu kümmern. Zu viert
ist es immer schwierig irgendwo unter zu kommen.

Zum Glück fanden wir Adam (19), der kurz entschlossen sagte,
klar wir könnten gerne kommen und in seinem Bungalow schlafen. Er bot uns sogar
an, uns abzuholen, da er einen großen Van hat und wir dann keine Probleme mit
unserem Gepäck hätten. So kamen wir nach Belgrave, ein Stadtteil, der ziemlich
weit entfernt vom Zentrum ist. Hier ist es ehr eine Seltenheit, dass deutsche
Backpacker auftauchen. Und Adam, hatte jetzt gleich vier! So machten wir schon
auf der Fahrt zu Adam halt bei Aldi um etwas Bier für unsere geplante
Willkommensparty zu kaufen. In Victoria ist das im Aldi möglich, sonst nur in
Bottleshops, wie in den anderen Staaten. Hier kann man neben vielen anderen
deutschen Produkten, sogar deutsches Importbier, zu einem angemessenen Preis, kaufen. “KAISERDOM“ smiley …schmeckt nicht unbedingt gut, aber besser als die australische Brühe, die
hier Bier genannt wird.

Zu unserer Willkommensparty erschienen viele Freunde von
Adam, die mit uns ausgelassen feierten. Wir fühlten uns sofort super-wohl und
waren direkt in den Freundeskreis integriert.

Diese Party, war der Startschuss, zu einem jetzt schon seit
drei Wochen andauernden Party-Marathon. Darüber ausführlich zu berichten, ist
denke ich nicht nötig. Denn Bilder sprechen Bände. Und davon habe ich jetzt
schon über 200 hochgeladen. Ich erlebe hier meine zweite Jugend auf
australische Art und Weise. Die Clique hier und das, was wir so unternehmen,
erinnert stark an Filme, wie “American Pie“, “Roadtrip“ oder “Partyanimals“.
Seit dem Raffael und Jan (aus Cattai) auch noch hier sind und bei Freunden von
Adam schlafen, geht es hier richtig rund. Es ist der absolute Wahnsinn! Wir
“crashen“ viele Hauspartys, feiern Poolpartys in Playboy Mansion’s, machen
Bierolympiaden, gehen an Seen baden, oder “cruisen“ einfach nur mit dem Van
durch die City.

Uns gefällt es hier super, aber da wir Geld für unsere
geplante Neuseelandreise brauchen, ziehen wir am Mittwoch hier aus, um zu
arbeiten. Die Informationen dazu, gibt es im nächsten Blog. Also meine lieben
Leser, immer schön Kommentare und Gästebucheinträge schreiben, dann lässt der
nächste Blog nicht so lange auf sich warten! Denn ein bisschen Zuspruch, spornt
an zu schreiben!

Lasst es euch gut gehen, euer Micha

PS.: …das Tier, was auf den Bildern zu sehen ist, ist ein
Opossum. Wir haben es Spanky getauft smiley

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