Der Entschluss, Bali in meine Reise einzubeziehen, wurde ziemlich kurzfristig gefasst. Ich fand einen günstigen Flug nach Indonesien …und dachte: “warum nicht” So trat ich das erste Stück meines “Rückfluges” an und flog am Sonntag, d. 19. April, gegen Mittag, von Perth nach Singapur. Mein Flug nach Denpasar (Bali) sollte zwei Stunden nach meiner Ankunft in Singapur abgehen. Natürlich hatte mein Flieger aus Australien eine Stunde Verspätung. So wurde mein Flugzeugwechsel in Singapur zu einem wahren Spießrutenlauf. Ich hatte gerade einmal 50 Minuten um mein Gepäck von A nach B zu bringen. Zu meinem Unglück, konnte man am Schalter meiner Airiline, mein Ticket nicht finden. Mein Name würde nicht im System stehen. Ich hatte mir zwar alle wichtigen Nummern notiert, aber die Zeit mein E-Ticket auszudrucken, hatte ich nicht. Und gerade das, wollten sie jetzt sehen. Ich hatte ca. noch 15 Minuten Zeit, um dieses Ticket zu besorgen, mein Gepäck abzugeben und in den Flieger einzuchecken. Nun musste also schnell ein PC mit Internetverbindung gefunden werden. Ein Azubi, führte mich im Eiltempo quer durch den Airport, durch dutzende Gänge, bis zu einem kleinen verrauchten Büro der Fluggesellschaft. Dort konnte ich dann mein E-Ticket ausdrucken. Anhand meiner Reservierungsnummer, konnten sie nun endlich mein Ticket finden. In letzter Minute checkte ich ein und gab mein Gepäck auf. …hätte nie gedacht, dass dieses noch rechtzeitig zum Flieger kommt. So… jetzt hatte ich noch 10 Minuten, um zu meinem Gate zu laufen. “Glücklicher Weise” hat dieser Flughafen ja nur ca. 60 Gates und allerhand Sicherheitskontrollen! Ich rannte durch den Flughafen, drängelte mich überall vor, wurde zusätzlich noch nach Sprengstoff kontrolliert und erreichte als Letzter gerade noch so, mein Flugzeug. Dieser Flug war weitaus unkomfortabler, als mein erster mit Quantas, enge Sitze, Mini- Mahlzeit und kein Entertainment Paket. Aber ich bin ohne Probleme hier in Bali angekommen und das ist ja die Hauptsache.Natürlich hatte ich mich auch hier in Bali wieder um einen Couchsurfplatz gekümmert. Es sollte ja kein typischer Touristenurlaub werden. Leider funktionierte mein Handy nach Ankunft am Flughafen nicht mit meiner australischen SIM-Karte, ich bekam kein Netz. So konnte ich bei meiner Gastgeberin Jasmine, vorerst nicht anrufen und Bescheid geben, dass ich da bin. Da es mittlerweile schon 23:00 Uhr war, beschloss ich ein Taxi zu nehmen und nach Kuta, zu einem Guesthouse, empfohlen von einem anderen Couchsurfer, zu fahren und dort meine erste Nacht zu verbringen. Die Taxifahrt, dauerte ca. 20 Minuten und mein erster Eindruck von Bali war: “unglaublich heiß, die fahren hier wie die Verrückten”. smiley

Als ich bei meiner geplanten Unterkunft ankam, hatte die Rezeption natürlich schon geschlossen und niemand war zu finden. So wanderte ich mit meinem Rucksack durch die Strassen, auf der Suche nach einer Bleibe. Zwei oder drei Häuser weiter, traf ich dann auf ein paar Jugendliche, die für mich bei einem umliegenden Gästehaus anriefen und für mich ein Zimmer besorgten. Das Zimmer kostete gerade mal umgerechnet ca. 4 Euro, für eine Nacht. Völlig erschöpft, von der langen Anreise, ging ich nach einer Dusche, sofort ins Bett und schlief umgehend ein. …das war Tag 1

Tag 2 – Montag

Ich wachte früh auf und ging als erstes zum Strand. Sofort dachte ich, ja hier bist du richtig …traumhaft. Nach 15 Minuten des Genießens wanderte ich in die Stadt, um zu frühstücken und um einen Computer bzw. ein Telefon zu suchen. Zuerst fand ich ein Internetcafe, von dem aus ich dann Jasmine kontaktieren konnte. Danach wurde gefrühstückt, bzw. da ich schon etwas mehr Hunger hatte, habe ich gleich Mittag gegessen. Sehr lecker und sehr günstig. Endlich Schluss mit dem Backpacker Toastbort-Frass. Natürlich habe ich auch gleich das einheimische Bier “BINTANG” getestet. Endlich wieder ein Pilsner, was schmeckt! Die australische Lager-Plempe, stand mir bis oben hin. ~bäh~

Nachdem ich gegessen hatte, fuhr ich mit einem Taxi zu Jasmine. Sie wohnt ca. 20 min. nördlich von Kuta in einem kleinen Örtchen. Jasmine ist Indonesierin und eine professionelle Surferin. Sie gehört zu den besten Surferinnen Asiens. Jaz lebt zusammen mit ihrer Cousine in einem schicken Häuschen. Das Obergeschoss (ihr Bereich), gleicht einer Loft und bietet viel Raum. Man fühlt sich hier echt wohl. Jasmine organisierte sofort sämtliche Dinge für mich, die ich brauchte. Wir gingen los und ich kaufte als erstes eine indonesische SIM-Karte für mein Handy, damit ich wieder mobil bin. Diese hat gerade einmal ca. 1 Euro gekostet. Danach organisierte sie mir ein Motorbike und ein Surfbrett, beides für gerade mal ca. 3,50 Euro am Tag. …es ist alles sooo billig hier smileyGegen Nachmittag fuhren wir nach Seminyak, an den Strand. Dort lernte ich ein paar Designerinnen kennen, die für Quicksilver und TITUS arbeiten. Diese, sprachen sogar deutsch, aber während der Unterhaltung wechselten sie ständig zwischen Englisch, Indonesisch und Deutsch. Bali ist eine sehr kreative Insel, hier wimmelt es von Designern und Künstlern. Alle Namenhaften Surf-Firmen, wie Billabong, Rip Curl, Quichsilver, Volcom, ect. haben hier ihre Fabriken. Jasmine hat viele internationale Freunde und kennt eine Menge Leute aus der Szene. So konnte ich gute Kontakte knüpfen. Abends gingen wir dann bei ihrer Mutter im Restaurante in Seminyak essen.

Tag 3

Heute stand Surfen auf dem Plan. Nun fragt ihr euch sicher, wie ich mit einem Moped, ein Surfbrett zum Strand transportieren kann. Kein Problem, denn mein Roller, hat hierfür eine Extraausstattung smiley …hier auf Bali kein Problem!Die einzige Verkehrsregel ist, dass hier Linksverkehr herrscht, woran sich aber auch nicht unbedingt gehalten wird. Alle anderen Verkehrsregeln werden mit Hupen arrangiert. Ich habe mich recht schnell an die verrückte Fahrweise hier gewöhnt. Wobei es manchmal schon ziemlich stressig ist, sich hier durch den dichten Verkehr zu kämpfen.

Das Surfen an Balis Stränden ist eine Liga höher, als an den Stränden, wo ich in Australien mit Surfen begann. Hier gibt es riesige 2-3 Meter hohe Wellen, die ein Traum eines jeden Surfers sind. Nur eben nicht geeignet für einen Anfänger. Das Meer spielte mit mir, wie ein Kind mit seiner Gummiente in der Badewanne. Es wirbelte mich wild im Wasser rum und die Wellen versuchten mich zu vernichten. Ich hatte aber trotzdem riesigen Spaß, es zu versuchen. Schon alleine, wenn man es mal geschafft hat, hinaus zu paddeln und dann eine brausende Welle zu erwischen, macht einen glücklich.

Abends habe ich dann direkt am Strand gegessen und aus einer Kokosnuss getrunken. Später war ich dann noch mit Jasimine in einer Skatehalle “BASE” (bekannt aus dem Fernsehen), bei ihren Freunden. Ihrem Cousin gehört die Halle.

Tag 4

Mittags traf ich ein paar Freundinnen von Jasmine am Strand, Emelie und Margreth. Margreth, ist die Mutter einer der weltweit angesehensten Medienproduzentinnen. Durch Sie, kam ich zum Kontakt zu ihrer Tochter, Bernice. Sie hat Beziehungen zu allen großen Medienkonzernen der Welt. Wenn ich einmal ein Praktikum für mein Studium bräuchte oder Arbeit suche, “kein Problem”, meinte Sie! …sehr sehr nützlicher Kontakt für meine Zukunft! smiley Emilie, die andere Freundin, blieb gleich ein paar Tage zu Besuch bei Jaz.

Gegen Nachmittag nahm mich Jaz, zusammen mit drei ihrer Freundinnen, zu einem geheimen Surfspot im Süden Balis, mit. Man springt dort von einem Felsvorsprung mit seinem Surfbrett ins Wasser. An dieser Stelle brechen sich große Wellen, die zum Surfen perfekt geeignet sind. Wir surften bis zum Sonnenuntergang. Danach gingen wir noch gemeinsam Chinesisch essen.

Tag 5

Früh am Morgen, startete ich allein zu einem Surfausflug in den Süden Balis, nach Uluwatu und Dreamland. Ich habe sämtliche Traumstrände abgeklappert und versucht, in den riesigen Wellen Balis zu surfen. An manchen Stellen waren die Wellen aber so gigantisch, dass ich mich nicht ins Wasser traute, sondern nur ehrfürchtig zusah, wie die Wassermassen tobten… ein toller Anblick smiley

Ich war den ganzen Tag unterwegs und kam erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder bei Jaz an. An diesem Tag war noch ein anderer Couchsurfer angekommen. James, ein Fotograf aus England, der sich gerade auf einer Weltreise befindet. …sehr netter Kerl!

Wer seine Fotos anschauen will: http://www.jamesmorganphotography.co.uk/

Tag 6

Da ich noch ziemlich ausgepowert vom Vortag war, schlief ich fast bis Mittag. Danach ging ich mit Jasmine und James zunächst zu ein paar Freunden und dann später, während des Sonnenuntergangs, surfen. Ich stand sogar endlich mal eine dieser Riesenwellen. WOW… das war geil smiley Da heute das Wochenende begann, gingen wir los um Party zu machen. Die beste Stadt dazu ist definitiv Kuta. Das Nachtleben dieser Stadt ist grandios. Bebende Diskotheken, einladende Clubs mit Live-Bands und chillige Bars. Man hat eine riesige Auswahl, auszugehen. Das Publikum ist sehr gemischt, man trifft partywütige jugendliche Australier, “Liebe”-suchende Sextouristen, Foto-Verrückte Asiaten, chillige Surferguys, uvm. …sehr International eben. Alkohol, ist fast wie überall, das teuerste Konsumgut im Land. Aber auf jeden Fall, immer noch viel billiger wie in Australien.

Da Jaz und ihre Freundinnen, kein Ende fanden, endete die Partynacht erst im Morgengrauen und ich fiel nach der Heimfahrt total erschöpft ins Bett.

Tag 7

Natürlich schlief ich nach so einer Nacht erstmal ziemlich lange…

Als ich dann endlich halbwegs munter war, fuhr ich mit Emilie, James, Jasimine und ihren Freunden nach Ubud zum “Planet Earth Day”, einem Musikfestival mit dem Thema Umweltschutz. Hier wimmelte es von entspannten Leuten und es wurde tolle Musik gemacht. Ich lauschte der entspannten Musik, aß ein paar vegetarische Gerichte und genoss die Atmosphäre. Da wir auf dem Festival einige Freunde und Freundesfreunde von Jaz trafen, waren wir eine ziemlich große Gruppe auf der Heimfahrt. Wir düsten alle gemeinsam mit unseren Mopeds durch die Straßen Balis, zurück nach Kuta. Und wie ich so jeden Einzelnen vor mir fahren sah, dachte ich: “WOW” …der eine aus Brasilien, die andere aus Frankreich, James aus England, die eine aus Serbien, Jasmine aus Indonesien und ich aus Deutschland. ALLE SIND FREUNDE, sprechen so viele verschiedene Sprachen, aber EINE GEMEINSAM. Man hilft sich gegenseitig und lebt zusammen in Frieden. So international und doch so gleich! Warum kann es nicht überall auf der Welt so sein?

Da Jaz mit ihren Freundinnen, wieder so eine Partynacht plante, seilte ich mich zusammen mit James etwas ab. Wir folgten der Einladung von Maja (aus Serbien), mit zu Ihrem Haus zu kommen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Sie wohnt bei einem Freund in einem wunderschönen großen Strandhaus und studiert hier in Bali. in so einem Haus werde ich später auch einmal wohnen! smiley Sie bot uns an gleich, bei ihr im Gästezimmer, zu bleiben und mit ihr am nächsten Tag morgens die Insel etwas zu erkunden. …ja so sind die Leute hier! smiley

Tag 8

Nachdem wir ausgeschlafen hatten, nahm uns Maja mit nach Nusa Dua und führte uns etwas in der Gegend rum. Später aalten wir uns dort am Strand in der Sonne und aßen Mittag in einem Restaurant am Strand. Später fuhren wir dann nach Dreamland, um noch ein bisschen zu surfen. Abends haben wir alle gemeinsam bei Jaz’s Mutti Abendbrot gegessen. An diesem Abend stieß noch eine weitere Couchsurferin zu uns, Karina aus Portugal. Sie befindet sich auch gerade auf einer Reise durch Süd-Ost Asien. Nun sind wir hier schon zu dritt, aber das Haus von Jasmine ist zum Glück ziemlich groß.

Tag 9

An diesem Tag startete ich meine große Entdeckungstour quer durch Bali. Ich packte meinen Rucksack, tankte mein Motorrad voll (ca. 50 Cent eine Tankfüllung smiley), trug etwas Sonnenmilch auf, kaufte schnell noch eine Straßenkarte und einen Sarong (Art Kleid, zum Betreten der Tempel) und startete voll durch. Da ich der Nussschale von Helm, vom Motorradverleih, nicht wirklich traute, kaufte ich mir auch schnell noch einen neuen Helm. Kostete gerade mal 9 Euro hier – in Deutschland muss man für den Gleichen, bestimmt 90 Euro bezahlen.

Mein erstes Ziel war Ubud. In der Nähe dieser Stadt, liegen viele Sehenswürdigkeiten. Nachdem ich mich einige male verfahren hatte, erreichte ich endlich mein Ziel. Ich besuchte als erstes zwei verschiedene “Monkey Forrest’s”, den einen in Ubud, den anderen in Sangeh. Die Affen turnten überall herum (auch auf mir) und stifteten Unruhe… Nach dem “Affenzirkus” fuhr ich weiter, um mir die Gegend und einige Reisfelder anzuschauen. Spektakuläre Kulissen warteten auf mich. Die Natur hier ist beeindruckend. Da das Straßennetz hier auf Bali wirklich schlecht ausgebaut ist und an sämtlichen Schildern gespart wird, verfuhr ich mich natürlich wieder einmal. Dadurch fand ich aber gegen Abend zu einem abgelegen Tempel, irgendwo in der Nähevon Ubud, wo gerade eine große Zeremonie stattfand. Ich legte kurzerhand meinen Sarong an und schlich zum Tempel. Da außerhalb der Touristengebiete, kaum jemand englisch spricht, fragte ich mit Handzeichen, ob ich der Zeremonie vielleicht beiwohnen dürfte. Man nickte freundlich und winkte mich herein. Der gesamte Tempel war festlich geschmückt und es wurden traditionelle Instrumente mit sehr interessanten Klängen gespielt. Ich saß als einziger “Weißer” zwischen hundert Hindus. Die Zeremonie dauerte ca. 2 Stunden, ich verstand kein Wort vom Priester, und auch bis dahin nichts von dem ,was abgehandelt wurde. Ich war aber von all dem vollends begeistert. Eine Frau neben mir gab mir ein Räucherstäbchen, eine andere verschiedene Blumen. Mit diesen Dingen hielten dann alle ein Ritual ab und ich versuchte sie so gut wie möglich nachzuahmen, um niemanden zu erzürnen. Machte ziemlich spass… heute nun, weiß ich auch, was ich da eigentlich tat smiley

Nach der Zeremonie fragte ich nach dem richtigen Weg nach Ubud, der mir dann auch wieder mit Handzeichen erklärt wurde. Nach 30 Minuten Fahrt, fand ich dann auch endlich wieder zurück. Nach dieser Tour, genehmigte ich mir erstmal ein ausgiebiges Abendbrot in einem Holländischen Restaurant. Als Dessert, gönnte ich mir einen Cuba Libre und testete eine Zigarre von der Nachbarinsel Sumatra. Danach checkte ich in einem gemütlichen Gästehaus, zwischen zwei Reisfeldern, ein und verbrachte eine ruhige Nacht.

DIE RESTLICHEN TAGE FOLGEN BALD