Da
man an der Westküste Australiens noch seltener Möglichkeiten findet, seinen
Laptop zu laden und man noch weniger Internetempfang hat, war es mir bis jetzt
nicht möglich einen neuen Blog hoch zu laden. Doch heute, nach tausenden
Kilometern, bin ich endlich wieder einmal in einer etwas größeren Stadt und
kann wieder etwas schreiben.

In Darwin, habe ich es nicht lange ausgehalten. Die Stadt war
zwar ganz schön, aber die Hitze im Norden, war so groß, dass man zu nichts
fähig war und auch nicht schlafen konnte. Wegen den gefährlichen Quallen,
konnte man auch nicht einfach in den Ozean springen und sich erfrischen. So
verbrachten wir die meiste Zeit nur in klimatisierten Einkaufszentren, um nicht
am Hitzetod zu sterben. Nach zwei Tagen, beschlossen wir, weiter zu fahren und vor
der Hitze zu flüchten. Vorher fuhren wir aber noch zum Adelaide River, stiegen
in ein Boot und gingen 5 Meter lange Salzwasser-Krokodile
füttern. Einen Meter, direkt vor einem, schossen sie aus dem Wasser und
schnappten nach dem Fleisch. …ein echt spektakuläres Erlebnis. Die Fahrt
dauerte ca. eine Stunde und wir trafen auf viele Krokos und erfuhren vom
Kapitän des Bootes jede Menge über diese perfekten Killermaschinen. Wäre ich da
ins Wasser gefallen, wäre ich innerhalb von ca. 15 Sekunden von einem Krokodil
gefressen worden. smiley

Nach
dieser Tour, ging unsere Reise weiter zum nächsten Etappenziel Broome. Am
ersten Abend, machten wir direkt am Highway, Richtung Westküste, rast. Dort
trafen wir auf einen echten Road Train Fahrer, der seinen riesigen Truck dort
über Nacht parkte. Während wir uns unser Abendbrot (Nudeln) kochten,
unterhielten wir uns mit Ihm über Gott und die Welt. Er gab uns sogar ein
tiefgekühltes Bier aus. Wie meistens im Norden, schlief ich auf dem Dach des
Vans. Im Inneren, war gar nicht daran zu denken Schlaf zu finden… dazu war es
einfach viel zu heiß!

Am
nächsten Tag, fuhren wir wieder stundelang durch das Land, um die Grenze Western Australias zu erreichen.
Es ging nur gerade aus, aber dieses Mal war die Landschaft wenigstens schöner
als im Outback.

An
der Grenze angekommen, mussten wir unser gesamtes Obst und verschiedene andere
Lebensmittel abgeben. Da uns der Zöllner anbot, vor der Grenze noch unser Obst
essen zu dürfen, versuchte ich 2 Orangen, 2 Äpfel und 3 Birnen wegzuspachteln.
Zu viel Obst, ist auch nicht gesund smiley darum gab ich nach der Hälfte auf. Nach
der Grenze mussten wir ca. noch 700 Kilometer fahren, bis wir endlich in Broome ankamen. Dort gönnte ich mir
erst einmal eine Pizza zum verspäteten Abendbrot. Danach gingen wir uns einen
Schlafplatz suchen und versuchten in der immer noch unerträglichen Hitze, ein
paar Stunden Schlaf zu finden.

Früh
am nächsten Morgen, fuhren wir auf einem Campingplatz, um endlich wieder einmal
unsere Klamotten zu waschen und in Ruhe relaxen zu können. Wir holten uns eine
Box Bier und einen Sack Eis, setzten uns in unsere Campingstühle und erholten
uns von der langen Fahrt. Leider konnte man auch hier am Strand wegen den
Quallen nicht schwimmen gehen. An der Promenade von Broome, lernte ich ein
nettes Backpacker-Pärchen aus Kiel kennen. Wie sich dann später herausstellte,
waren die beiden sogar Freunde von dem einen Kieler Pärchen, mit dem ich am
Anfang meiner Reise in Australien angekommen bin. Wieder mal ein lustiger Zufall smiley

Abends
konnten wir Teilhaber des “Stairways to
the Moon“
-Spektakels werden. Hierbei spiegelt sich der Mond so im Meer, das
es so aussieht, als würde eine Treppe zu Ihm führen…

Nach
zwei Tagen Broome, fuhren wir weiter zur nächsten größeren Stadt auf dem Weg
nach unten, Karratha/Dampier. In Dampier konnten wir das erste Mal endlich
wieder im Meer baden gehen. Ab hier gab es keine Quallen mehr. Ich kaufte mir
ein Stück Wassermelone, setzte mich an den Strand und tankte Sonne.

Im
Morgengrauen fuhren wir weiter Richtung Exmouth
zum Ningaloo National Park. Da die
Fahrt wieder einige Stunden dauerte, blieben wir den ersten Tag in Exmouth und
chillten am Strand. Wir beschlossen am nächsten Tag früh zu starten und in den
National Park zu fahren. So suchten wir uns früh am Abend schon einen
Schlafplatz. Die Parkidee hinter einem Busch war gut. Leider blieb unser Auto
in dem zu weichen Boden, im Sand stecken. Wir kämpften fast eine Stunde um den
Bus wieder frei zu bekommen. Das duschen an diesem Abend hätten wir uns sparen
können, aber wenigstens war der Van wieder befreit und wir nun müde genug um
sofort zu schlafen. Ich schlief wieder wegen der immer noch großen Hitze auf
dem Dach…

Die
Fahrt durch den Park am nächsten Tag, war paradiesisch. Ein Bilderbuch-Traumstrand folgte dem
Nächsten. Das konnten wir, wie man auf den Fotos sieht, mit Michels
Spiegelreflex-Kamera ziemlich gut festhalten. Aber das Gefühl was man bekommt
an solchen Stränden zu sitzen, kann man mit Fotos kaum deutlich machen.

Wir
verbrachten den ganzen Tag im Park, gingen schwimmen und schnorcheln. Die
meiste Zeit, saß ich aber nur am Wasser und genoss die Schönheit Australiens.

Abends
fuhren wir dann zur nächsten Station, nach Coral
Bay
. Dort angekommen, suchten wir uns einen Schlafplatz am Hafen. Hier
wurden wir wieder einmal von einem Ranger geweckt, der aussah wie ein Wrestler
aus dem Fernsehen. Da man nirgends “Wildcampen“ darf, forderte er uns “sehr
freundlich“ auf, innerhalb von 5 Minuten zu verschwinden oder eine Strafe von
150 $ zu zahlen. Da sein Dienst aber erst 7:00 Uhr begann, hatten wir sowieso
schon ausgeschlafen. Also fuhren wir gleich zum Strand um erst einmal zu
Frühstücken. Danach gingen wir wieder schwimmen und schnorcheln. Coral Bay ist
ein richtig kleiner Touristenort mit einem Traumstrand mit kristallklarem
Wasser.

Hier herrschten auch langsam wieder angenehme
Temperaturen. Wir genossen den Tag und tankten wieder ein bisschen Sonne. Nach dem
ich im “kalten“ Melbourne etwas ausgeblichen war, bin ich mittlerweile wieder
ganz gut braun! smiley

Nach
dem wir uns den traumhaften Sonnenuntergang anschauten, machten wir uns auf den
Weg nach Denham. Nach einer Stunde
Fahrt, fanden wir einen gemütlichen Rastplatz, wo wir nächtigten. In Denham,
verbrachten wir einen ehr gemütlichen Tag und gingen zeitig schlafen, um am
nächsten Tag sehr früh aufzustehen und nach Monkey Mia zu fahren. Das war nur 25 km von der Stadt entfernt.
Dieser Ort grenzt direkt an Shark Bay,
einer Meeresbucht an der man bei Sonnenaufgang Delphine füttern kann. Ich stand am Strand und mir schwamm ein
Delphin direkt bis vor die Füße. Ich gab ihm einen Fisch zu fressen. …war echt
cool smiley

Als
alle Delphine satt waren und wieder in den Ozean zurück schwammen, fuhren wir
weiter nach Geraldton. Der Zwischenstopp, den wir einlegten, war einer der
besonderen Art. Wir verließen für ein paar
Stunden das Land

In
der Naehe von Kalbarri, ca. 550 km nördlich von Perth, befindet sich das Fürstentum
Hutt River Province“. http://www.hutt-river.org/
Im Jahre 1970, hatte ein Farmer genug davon, Steuern an den australischen Staat
zu zahlen, nutzte ein rechtliches Schlupfloch und gründete seinen eigenen Staat
im Land. Aus dem Farmer wurde Prinz Leonard, Herrscher über ca. 75
Quadratkilometer Land und ca. 20 Untertanen. Wer dort wohnt, zahlt keine
Steuern. Es gibt eigene Briefmarken, Banknoten und Münzen dieser sog.
Micronation, auf den meisten ist das Abbild von Prinz Leonard zu finden, was
ziemlich lustig ist. Uns empfang der Prinz höchst persönlich und führte uns in
seinem Reich herum. Jetzt befindet sich in meinem Reisepass, nun jedenfalls auch
ein Visumsstempel der “Hutt River Province“ mit Ein- und Ausreisedatum. Sein
Land hat im Jahr ca. 45.000 Besucher. Mittlerweile hat Prinz Leon auch 13.000
Staatsangehörige (diese lässt sich für 300 $ online erwerben – man bekommt
sogar einen eigenen Pass). Nach dem wir alles gesehen hatten, kehrten wir nach
Australien zurück und fuhren weiter nach Geraldton.

Dort
bin ich nun seit gestern. Und ich muss sagen, dass mir dieses Städtchen ganz
gut gefällt. Hat irgendwie Flair. …morgen geht die Fahrt weiter zum nächsten
Nationalpark, wo neue Abenteuer auf mich warten!

Bis
bald… euer Michael