Wo ich gerade bin? In Daly Waters – Northern Territory… das liegt ca. 500
km südlich von Darwin. Ich habe somit meine Mammut-Tour durch das australische
Outback fast hinter mir. Diesen Blog, habe ich während der Fahrt geschrieben.
In dem kleinen Städtchen hier, habe ich jetzt endlich Zeit, Strom und
Internetempfang und kann somit meine Erlebnisse hier berichten. Am Montag ging
der Trip in das ewige NICHTS Australiens los. Endlose Strassen, immer nur
gerade aus. Die Vegetation nahm von Kilometer zu Kilometer immer mehr ab und es
wurde heißer. Autos trifft man hier kaum auf der Strasse, es rauscht höchsten
ab und zu einmal ein riesiger ROAD TRAIN
an einem vorbei. Diese Trucks sind so lang und riesig, dass man vom Luftsog
fast von der Strasse geworfen wird….

Unser
erster großer Stopp, sollte in Coober
Pedy
sein, dem “Opal Capital of the World”. Dieser Wüstenort ist
trist und heiß. Die Menschen dort, leben in einer Art Höhlenbehausung unter der
Erde, da man es vor Hitze sonst kaum aushalten würde. Wir schliefen dort ein
paar Stunden und fuhren bei Morgengrauen weiter. Am nächsten Tag regnete es… JA ES REGNETE… mitten im absoluten
DESERT, wo es sonst nie regnet. Und es regnete nicht nur, es schüttete. Wir
waren sehr erstaunt, als es vom Himmel goss. Der Wetterbericht, sagte
eigentlich für die ganze Woche “gemütliche“ 48 °C tagsüber – ohne Wolke am
Himmel und 36°C nachts. Aber es war kalt und zeitweise ziemlich nass… Wir
fuhren bis auf einen Campingplatz, kurz vor dem Uluru-Kata Tjuta Nationalpark. Dort konnte man kostenlos
übernachten. Da es schon langsam Abend war, beschlossen wir am nächsten Tag in
den Park zu fahren.

Am
nächsten Tag regnete es auch ab und zu. Das konnte man aber eigentlich als
Glück bezeichnen, denn somit war es nicht so heiß zum wandern und wir gehörten
zu den gerade einmal 1% aller Besucher, die Wasserfälle am Uluru beobachten konnte.

Die weite Fahrt bis zum
Ayers Rock, hatte sich wirklich gelohnt. Vor dem riesigen Fels, mitten in der
Landschaft, zu stehen, raubt einen wirklich dem Atem. Wir schauten uns am Ende
des Tages noch den Sonneuntergang an und fuhren anschließend zurück zu dem
einen Campingplatz. Bei Dunkelheit in dieser Gegend zu fahren, war gefährlicher
als wir dachten. Denn sobald es dunkel wird, werden viele Tiere aktiv. Nach 30
Minuten Fahrt, sprang uns ein Känguru vor das Auto. Ich konnte zwar gerade noch
so ausweichen, so dass wir es nicht frontal rammten, aber es ist doch irgendwie
unter das Auto gesprungen und so von den Hinterrädern erfasst worden. Das
Känguru lag dann tot auf der Strasse und wir waren geschockt. Dem Van war
nichts passiert. Da wir in dieser Einöde nichts machen konnten, fuhren wir die
restlichen 100 km weiter zurück zum Campingplatz. Dort sagten wir an der
Rezeption bescheid, dass uns ein Känguru vor den Van gesprungen sei. Die
sagten, dieses würde jeden Tag passieren und da hier draußen kein Ranger oder
ähnliches ist, könnte man da nichts machen. …armes Tier. Mhh

Für
den nächsten Tag, war ein Ausflug zum Kings
Canyon
geplant, der Teil des Watarrka-Nationalparks ist

. Nach ca. 3 Stunden Fahrt standen wir vor dem 300
Meter hohen Canyon, der nun von uns erklommen werden sollte. Es gibt eine Wanderroute um den Canyon herum, welche über die Plateaus
führt und ungefähr 6 km lang ist. Diese Tour nahmen wir in Angriff. Nach einem
steilen Aufstieg, wanderten wir ca. 4 Stunden bei glühender Hitze auf dem
Canyon herum. Das war wieder einmal eine sportliche Betätigung, die echt gut getan
hat. Und es hat echt Spaß gemacht auf den Felsen zu klettern.

Gegen Nachmittag führen wir dann nach Alice
Springs, wo wir eigentlich eine Nacht bleiben wollten. Als wir Mitternacht
ankamen, war uns diese Stadt aber alles andere als geheuer. Überall auf den
Straßen torkelten betrunkene und herumpöbelnde Aborigines herum – was in den
nächsten Städten genau so seien sollte. So fuhren wir immer etwas außerhalb der
Städte und schliefen auf Rastplätzen. Dort war es sicherer. Da uns Alice
Springs nicht gefiel, kauften wir nur kurz etwas neue Lebensmittel und Wasser
ein und fuhren dann weiter. Und nun ein Tag später, sind wir also nun in Daly Waters. Morgen geht die Fahrt weiter zu unserem Etappenziel Darwin.

Abschließend,
nach ca. 3000 km, kann ich sagen, dass ich froh bin, aus dem Outback nun fast
wieder raus zu sein. Es ist eine heiße, trostlose Gegend. Im Süden des Outbacks,
wird man von Fliegen genervt, die einem immer im Gesicht sitzen und in Norden
fallen tausende Mücken über einen her. Man muss hunderte von Kilometern fahren
um von einem Ort in den Nächsten zu kommen. Hätten wir nicht unseren
MP3-Player, würde man beim fahren auf den endlosen Strassen einfach
einschlafen. So macht es aber manchmal sogar Spaß bei den Klängen der “Dire
Straits“, “Johnny Cash“ oder “The BossHoss“ über den Highway zu brettern… Naja,
das Outback muss man einmal erlebt haben, aber einmal reicht!

Mal
sehen, was mich in Darwin erwartet!

Bis
dahin alles gute, euer Micha!

P.S.:
Danke, für die Kommentare und Gästebucheinträge! Darüber freue ich mich immer!