Es gibt wieder viel Neues zu
berichten. Zu allererst ein paar Infos über die Buschbrände in Victoria. In
Belgrave/Melbourne, konnte ich die Geschehnisse hautnah miterleben. Wenn der
Wind drehte, weiteten sich die großen Buschbrände bis hin zu den Städten aus.
Wir wurden zweimal evakuiert und mussten unser Haus in Belgrave verlassen. Man
sah das Feuer und die riesigen Rauchwolken direkt vor der Stadt, es wehte ein heißer
Wind und die Strassen waren voller Qualm. Am Himmel flogen die
Löschhubschrauber und Feuerwehrautos rasten durch die Strassen. Das selbst
mitzuerleben und vor dem Feuer zu flüchten, war eine Erfahrung für mich, an die
ich mich wohl noch lange erinnern werde.

Nun zur Arbeits- und
Wohnungssuche…

Nach vielen Bewerbungsmails
und Telefonaten, musste ich einsehen, dass ich in Melbourne nichts finden
werde. Den anderen ging es genau so. Und da wir nicht einmal ein Appartement
oder ein Haus in der Umgebung finden konnten, überlegten wir wie es nun
weitergehen sollte…

Da wir alle schon lange
nicht mehr “wirklich“ gereist sind und gerne wieder einmal etwas Natur sehen
wollten, fingen wir an zu planen. Die erste Idee, war es nach Neuseeland zu fliegen
und dort einen Van zum Reisen zu mieten. Doch da zurzeit immer noch Hauptsaison
dort ist, wurde uns der Spaß zu teuer. Diese Idee wurde also in die Nebensaison
verschoben. Außerdem wäre es ziemlich dringend nötig wieder einmal zu arbeiten.
Durch das Couchsurfen haben wir zwar jede Menge Geld gespart, aber es heißt ja
schließlich “Work and Travel“. Also überlegten wir hin und her, wie nun unsere
Reise möglichst günstig weitergehen könnte. Da kam uns eine Idee. Adam, bei dem
wir die letzten Wochen couchsurften, plante mit drei Freunden, gegen Ende
Februar nach Deutschland zu fliegen und von dort aus eine Europareise zu
starten. In dieser Zeit würde er also seinen Van nicht benötigen. So fragten
wir Ihn ob wir den Bus eventuell für einige Zeit ausleihen könnten. Und da Adam
natürlich ein super Kumpel ist, sagte er “yes, why not“.

So starteten wir, ca. eine
Woche vor Adams geplanter Abschiedsparty, den Van flott für die große Reise zu
machen. Wir brachten den Van zu einer Werkstatt, dort bekam er noch einmal
einen gründlichen Service Check und es wurde uns gesagt, was alles erneuert
werden müsste. Dazu hatten wir dann noch ein paar Tage Zeit. Der Van bekam
einen neuen Reifen, die Spur wurde eingestellt, es wurde ein neues Auspuffrohr
angeschweißt und die Bremsen wurden erneuert. Dann besorgten wir noch ein paar
Campingutensilien, damit wir auf nichts angewiesen sind und günstig kochen
können. Jetzt war der Bus bereit zum Weitereisen. Da Adam den Van vor einem
Jahr so umrüsten lies, das er altes Frittierfett fahren kann. Sollte die
Weiterreise für uns ziemlich günstig werden. Wenn ich von uns spreche, meine
ich Simon, Michel und mich. Joram beschloss in Melbourne zu bleiben und vorerst
weiter nach einem Job zu suchen oder später dann nach Cairns hoch zu fliegen.

Unsere australische Freunde,
Adam, Danny, Alex und James wurden von uns indessen gut auf Deutschland/Europa
vorbereitet smiley …sie haben für Deutschland ein Work and Travel Visum, mit dem
sie ein Jahr in Deutschland bleiben dürfen. Also, wer gerne einmal ein paar
echte Australier bei sich zu Hause, für ein paar Tage aufnehmen möchte, kann
mich gerne anschreiben und ich werde dann die Nachricht weiterleiten…

Letzte Woche Samstag, war
die große Abschiedsparty. Sie verließen Melbourne, um ihren Euro-Trip zu
starten, wir starteten unseren Roadtrip durch Australien.

Erster Anlaufpunkt für
unsere Aussie-Freunde, war Frankfurt. Dort wurden sie am Flughafen von meinem
guten Freund Arne empfangen. Er war auch am Flughafen um mich zu verabschieden.
Auf gute Freunde ist eben Verlass. Arne nahm die Bande für die erste Nacht in
Deutschland bei sich auf und gab Ihnen eine würdige Willkommensparty! …hast du
gut gemacht mein Freund, ich habe schon ein paar Fotos hier im Internet gesehen. smiley

Wir starteten unsere
Weiterreise am Montag letzter Woche.
Die erste Etappe, sollte die Great Ocean
Road
sein. Nach ca. fünf Stunden Fahrt, kamen wir am Startpunkt der
Küstenstrasse in Torquay an. Dort schliefen wir die erste Nacht direkt am
Strand. Ich war begeistert endlich wieder am Meer zu sein und die kühle,
salzige Briese der tobenden Wassermassen zu atmen. Am nächsten Tag, fuhren wir
zeitig los, um möglichst viel sehen zu können. Unsere Tour führte uns direkt am
Meer entlang. Die Schönheit der Natur an dieser Strasse, lässt sich nicht mit
Worten beschreiben. Traumstrände soweit das Auge reicht. …ich glaube ein paar
meiner Bilder bringen dieses ganz gut zum Ausdruck. Wir schauten den Surfern beim
Wellenreiten zu, wanderten durch Nationalparks und spazierten an einsamen
Stränden.In einem der Nationalparks konnten wir Koalas direkt an der Strasse,
in ihren Eukalyptusbäumen hängend, beobachten. Sogar einen Babykoala, haben wir
vor die Linse bekommen. smiley …auf ein anderes Tier, was uns weniger erfreute,
stießen wir auf dem Rückweg von einem einsamen Strand. Eine große schwarze
Schlange kreuzte unseren Weg. Ich konnte sogar ein Foto machen, wo sie noch ein
Stück darauf zu sehen ist. Später sagte man uns, dass diese Schlange eventuell sehr
giftig und aggressiv sei! Wieder einmal Glück gehabt!!! Am zweiten Tag
übernachteten wir in Port Campbell. Von dort aus besichtigten wir die 12
Apostel
, die bekanntesten Felsformationen Victorias. Am Ende der Great Ocean
Road
, in Warrnambool, traf ich einen alten Freund, Falko aus Port Douglas
wieder. Ihn hat es hierher auf eine Rinderfarm verschlagen. Er arbeitet bei einem
Bauern und hilft beim bewirtschaften seiner Felder. Er sagte, es wäre schwer
gewesen den Job zu finden und am Anfang hätte
es auch arge Kommunikationsprobleme mit dem Farmer gegeben, da dieser
einen starken australischen Akzent hat, aber jetzt macht ihm die Arbeit Spaß.
Wir gingen gemeinsam in eine gemütliche Bar und tauschten unsere Erlebnisse der
vergangenen Monate aus. Es war toll ihn noch einmal in Australien zu treffen.

In der Nacht in Warrnambool,
wurden wir 3:30 Uhr von Rangern geweckt, die uns darauf hinwiesen, das man dort
im Park nicht campen darf und wir weiter fahren müssten. Bei losfahren
bemerkten wir aber, dass unser “neuer Reifen“ platt war. So mussten wir mitten
in der Nacht das Rad wechseln. Danach führen wir zu einem entfernteren Platz um
weiter zu schlafen. Am nächsten Morgen brachten wir den Van zu einem
Reifenservice. Dort wurde unser Reifen fachmännisch repariert. Die Reise konnte
weitergehen. Auf der Strecke von Warrnambool nach Mount Gambier, konnten wir
wieder viele schöne Strände und sogar einen versteinerten Wald besichtigen. In
Mount Gambier, eine auf einem Vulkan errichtete Stadt, übernachteten wir. Am
nächsten Morgen, war derselbe Reifen erneut platt. Das Loch war wohl doch zu
groß um repariert zu werden. Also wurde wieder einmal das Ersatzrad montiert
und es ging erneut zu einem Reifenhändler. Dieses Mal ließen wir gleich einen
neuen Reifen aufziehen.

Die Reise konnte zum
nächsten Etappenziel, Adelaide weitergehen. Zwischenstopp für eine Nacht, war
in Victor Habor. Dieser Ort, liegt südlich von Adelaide direkt am Strand. Dort
gingen wir auf einer Insel spazieren wo man Wale und Pinguine sehen kann.
Leider waren wir zu falschen Zeit dort und sahen nur ein paar doofe Möwen.

Am nächsten Tag ging es dann
nach Adelaide. Dort hatten wir uns um einen Couchsurfplatz gekümmert. Unsere
Gastgeber, waren ein paar Kunststudentinnen. Das Haus war in einem ziemlich
wilden Zustand und voller Skurrilitäten. Aber das erwartet man ja bei
Kunststudentinnen nicht anders. Eine von den Mädels hatte einen Fetisch, Frauen
beim Sex mit Außerirdischen zu malen. Diese Bilder hingen überall an der Wand.
😛 Samstag nahmen uns die Mädels mit in die Stadt und zeigten uns das
Nachtleben Adelaides. Sie verstanden es gut zu feiern und wir hatte eine Menge
Spaß. Gestern, war dann leider nicht viel mit uns anzufangen.

Heute ist Start zur wohl
größten Etappe
auf meiner Reise. Wir fahren zum Ayers Rock – Uluru, nach Alice
Spings und dann weiter nach Darwin.
Der Trip geht so zu sagen 3000 km quer
durch den Kontinent durch das Outback. Wir gehen jetzt noch reichlich Wasser,
Essensvorräte, Oel und Benzin einkaufen. Dann geht die große Fahrt los.

Unser Plan ist es, später
dann an die Nordwestküste zu fahren, da man dort gut Arbeit finden könnte.

Mein nächster Blog wird
geschrieben, wenn ich wieder Strom und Internet habe, wahrscheinlich in Alice
Springs.

Also bis
dann… viel Spaß beim Bilder anschauen